Über mich

Es dämmert. Noch stapfe ich durch den morgendlichen Wald. Immer bergauf. Eine leichte Brise säuselt durch das junge Buchenlaub, bringt es sachte zum rascheln. Vögel singen, sonst ist es still. In der Ferne trommelt ein Specht. Ich muss lächeln.

Es sind die kleinen Dinge im Leben, über die man sich hier draußen freut. Kleine, unscheinbare Momente, Situationen, die man erst wahrnimmt, wenn man genau hinschaut, hinhört, sich Zeit nimmt.

Ich laufe weiter, der Wald öffnet sich. Bergwiesen liegen vor mir. Es sind noch ein paar Höhenmeter zu überwinden, bis ich mein kleines Ziel erreiche. Ein Ziel, nur wenige Zentimeter groß.

Angekommen sehe ich es schon von weitem. Weiß leuchtet er mir in den ersten Sonnenstrahlen entgegen. Der junge Baumweißling, ein Schmetterling, sitzt noch immer da, wo ich ihn gestern das erste Mal gesehen habe. Weit hat er sich noch nicht entfernt, von dem hauchdünnen Kokon, aus dem er erst gestern geschlüpft ist.

Ich lege mich in die Wiese, schaue fasziniert zu, wie er seine Flügel in den wärmenden Sonnenstrahlen trocknet. Bald wird er das erste Mal abheben, bald wird er vorbei sein, der Moment, bei dem ich dabei sein durfte.

Ich wurde 1996 im nordrheinwestfälischen Leverkusen geboren, wuchs auf inmitten des Ballungsgebiets Rhein-Ruhr. Am Rand des Bergischen Landes. Direkt am Wald.
Von klein auf war und bin ich viel und gerne draußen. Meine Faszination für unsere Welt außerhalb geschlossener Räume begleitet mich auch in meinem Studium.

In Göttingen studiere ich Forstwissenschaften und Waldökologie. Hier lerne ich unsere Wälder besser zu verstehen. Lerne, wie die vielen kleinen einzelnen Vorgänge in einem hochkomplexen Netzwerk  zusammenhängen  und so dieses einzigartige Ökosystem bilden.
Lerne aber auch, wie man diese vielen Prozesse zielgerichtet beeinflussen und nachhaltig nutzen kann. Sei es für das Management großer Säugetiere, wie etwa dem Rothirsch, die Gewinnung des nachwachsenden Rohstoffs Holz, oder aber, wie man die CO2-Aufnahmekapazität der Wälder steuern  und fördern kann. Auch wie man das eigene Wissen über unsere Umwelt zielgruppenorientiert vermittelt gehört zu meinem Studium.

Zur Naturfotografie bin ich recht früh gekommen. Anfangs noch mit Omas einfacher analogen, heute mit der digitalen Spiegelreflexkamera versuche ich die kleinen Momente in der Welt da draußen festzuhalten. Sie so für jedermann und jederfrau zugänglich zu machen. Mit meinen Bildern und den  dazugehörigen Erlebnissen möchte ich einen Teil meines Wissens und meiner Faszination für unsere einzigartige (Um)Welt weitergeben. In der Hoffnung, auch so einen kleinen Beitrag für einen verantwortungsvollen Umgang mit unseren Natur- und Kulturlandschaften leisten zu können.

 

 

Foto: Mona Dovidat